Informationen über das Projekt

Der zweite Berg-Karabach-Krieg und die COVID-19-Pandemie haben die sozioökonomische Lage in Armenien beeinträchtigt. Dies hat dazu geführt, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2021 auf 20,2 % gestiegen ist (Weltbank: https://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS?locations=AM ). Unter den Arbeitslosen sind 64,7 % Frauen, von denen 64,0 % keinen Beruf haben, 54,6 % nur einen Sekundarschulabschluss haben, 49,1 % sind seit mehr als drei Jahren arbeitslos (Staatliche Arbeitsagentur: https://employment.am/am/361/LinkPage.html ).

Unemployment, total – Armenia

Die durch den zweiten Berg-Karabach-Krieg vertriebenen Personen aus Artsakh (NK) gelten als eine der am meisten benachteiligten sozialen Gruppen auf dem armenischen Arbeitsmarkt. Nach Angaben des UNHCR leben rund 34.168 Menschen, die während des Krieges 2020 aus Artsakh (NK) vertrieben wurden, immer noch in Armenien, ohne Aussicht auf eine baldige Rückkehr nach Artsakh (UNHCR: https://data2.unhcr.org/en/documents/details/88118 ). Die sozioökonomische Integration und berufliche Entwicklung der vertriebenen Personen werden leider wegen der mangelnden Bildungsmöglichkeiten verlangsamert. Zusätzlich zu den Schwierigkeiten, die durch das Trauma des Krieges und der Verluste verursacht werden, sind vertriebene Frauen in Armenien auch mit geschlechtsspezifischer Diskriminierung konfrontiert (das Lohngefälle beträgt 34 Prozent, siehe: Bericht über die Fortschritte der Frauen in der Welt 2015-2016). Was die Jugendlichen betrifft, so ist die hohe Arbeitslosenquote in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen deutlich höher und wird im Jahr 2020 36,6 % erreichen (https://www.statista.com/statistics/811634/youth-unemployment-rate-in-armenia/).

Armenia: Youth unemployment rate from 2002 to 2021

Das Projekt „Socioeconomic Integration of Women and Youth in Armenia“, das von Mai bis Dezember 2022 dauert, wird die sozioökonomische Integration und Entwicklung von 2. NK-Krieg vertrieben und dadurch gefährdeten Frauen und Jugendlichen in Aremnien fördern.

Dieses Projekt bezweckt, die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen vertriebener und benachteiligter Frauen und Jugendlicher durch Workshops zum Kapazitätsaufbau, Coaching und Mentoring von Fachleute, berufsbildende Schulungen, Startkapital, Praktika und Netzwerkmöglichkeiten zu verbessern. Die Neutralisierung der Auswirkungen der sozioökonomischen Krise, der wirtschaftliche Aufschwung, die Inklusion und die Integration von Vertriebenen in Armenien sind in erster Linie durch die dauerhafte Beschäftigung von gefährdeten Menschen und die Schaffung von menschenwürdiger Arbeit möglich.

Das Projekt wird in den Regionen Ararat, Armavir, Kotayk und in Eriwan in Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren der Zivilgesellschaft durchgeführt. Der Projektpartner ist Aarmenian Progressive Youth. APY verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Umsetzung von innovativen und effektiven Jugend-, Gemeindeentwicklungs- sowie Wirtschafts- und Bildungsprogramme für unterprivilegierte Jugendliche und andere gefährdete Gruppen.

Das Endergebnis des Projekts ist, dass die Teilnehmer Kenntnisse, Fähigkeiten und Kontakte erwerben, die für ihren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Fortschritt und ihre Inklusion erforderlich sind, und dass sie dadurch Zugang zum Arbeitsmarkt (Beschäftigung, Selbstständigkeit) erlangen. Langfristig trägt das Projekt zur Resilienz und zum Wohlbefinden von vertriebenen oder anderweitig benachteiligten Menschen mit geringer sozialer Teilhabe und wirtschaftlicher Entwicklung bei.