Für Inklusion und kulturelle Teilhabe 

INKuLtur will Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen. Der Fokus liegt auf dem Dialog zwischen Expert:innen, dem Abbau von Barrieren und der Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Inklusion und Vielfalt. 

Das Projekt INKuLtur will Menschen mit Behinderungen in Deutschland und in den Ländern Osteuropas einen gleichberechtigten Zugang zur Kunst und Kultur ermöglichen und so einen Beitrag für eine inklusive Gesellschaft leisten. Wir bieten Schulungen an und entwickeln Onlinekurse zu den Themen Inklusion und Barrierefreiheit. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, die Initiierung von Expert:innentreffen und die Umsetzung inklusiver Kunstprojekte fördern wir den Dialog zwischen Fachleuten, den Abbau von Barrieren und die Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Inklusion und Vielfalt. 

Internationale Bildungsreise 

Eine der Schlüsselmaßnahmen im Jahr 2022 war eine Bildungsreise nach Berlin, bei der 20 Teilnehmer:innen aus Armenien, Georgien und der Ukraine die Gelegenheit hatten, sich international zu vernetzen und die Funktionsweise von inklusiven Kultureinrichtungen in Berlin kennenzulernen. Im Dezember 2022 organisierten wir eine bedeutende internationale Online-Podiumsdiskussion unter dem Titel “Inclusive Culture and the Culture of Inclusion” mit etwa 20 Expert:innen aus Deutschland, Georgien und Armenien. 

Ukraine im Fokus 

Besonderes Augenmerk legten wir auf die Ukraine, wo wir in Zusammenarbeit mit der Stiftung “Krok za krokom” drei Kultur- und Bildungseinrichtungen auswählten. Diese Einrichtungen erhielten Weiterbildungen für die Mitarbeiter:innen, wir analysierten mit ihnen die Zugänglichkeit des Kulturangebots, berieten sie und stellten Mini-Grants zur Beseitigung identifizierter Barrieren zur Verfügung. 

Eine Netzwerk-Veranstaltung in Kyjiw im Juni 2023 brachte Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und lokale sowie internationale Expert:innen zusammen. Gemeinsam wurde eine Erklärung zur Bedeutung eines inklusiven Wiederaufbaus in der Ukraine verfasst. 

Im November 2023 führten wir ein zweitägiges Training für ukrainische Gemeindevertreter:innen durch, welches sich mit der Zugänglichkeit von Einrichtungen beschäftigte, und führten anschließend fünf Monitoringreisen durch. 

Internationale Weiterbildung und Vernetzung 

In Georgien und Armenien bildeten wir 30 Multiplikator:innen, die darin geschult wurden, die Zugänglichkeit zu Museen, Bibliotheken und Theatern für Menschen mit Behinderungen zu verbessern.  

Außerdem entwickelten wir eine inklusive Netzwerk-Plattform, die mittlerweile 55 Expert:innen aus Armenien, Georgien, Deutschland und der Ukraine zusammenführt. Diese Plattform bietet allen Interessierten einen unabhängigen Zugang zu internationaler Expertise im Bereich Inklusion und Barrierefreiheit. 

Fellowship-Programm und Förderpreis

Das Fellowship-Programm für Multiplikator:innen war ein besonderes Highlight des gesamten INKuLtur-Projektes.

Über den Zeitraum von eineinhalb Jahren nahmen 15 Vertreter:innen armenischer Kulturinstitutionen an einem Fellowship-Programm für Multiplikatoren teil. Das Programm setzten wir in Kooperation mit Caritas Aregak Foundation um.

Während dieser Zeit lernten die Mitarbeiter:innen der Kultureinrichtungen durch die Teilnahme an Schulungen und Bildungsreisen, wie sie Museen, Bibliotheken und Theater für Menschen mit Behinderungen zugänglicher machen können. Außerdem sollten sie Projektideen für ihre Einrichtungen entwickeln mit der Aussicht, dass eine der vorgestellten Ideen einen Zuschuss für die Umsetzung erhält.

Am 1. Juli fand im Emili-Aregak-Zentrum in Gjumri in Armenien die Abschlussveranstaltung unter dem Titel “The future of inclusion in culture” statt. Zu der Veranstaltung waren die Mentor:innen und Teilnehmer:innen des Fellowship-Programms sowie Inklusions-Expert:innen eingeladen.

Nachdem die Absolvent:innen ihre Projektideen vorgestellt hatten, wurde darüber entschieden, wer den Umsetzungszuschuss in Höhe von 2.000 Euro erhalten soll. Dabei konnte sich Hasmik Badalyan als Vertreterin der Nationalgalerie in Yerevan durchsetzen. Ihre Idee bestand darin, die Kompositionen der Gemälde- und Wandgemäldesammlung der Nationalgalerie durch die Herstellung von taktilen Modellen für Besucher:innen mit Sehbehinderungen zugänglich zu machen.

Hier ist ein Kurzfilm, der weitere interessante Einblicke in das Programm ermöglicht.

Abschlussveranstaltung in Georgien 

Am 25. Oktober 2023 fand in Tbilisi, Georgien, die Abschlussveranstaltung im Rahmen der Multiplikator:innenausbildung statt. An der Veranstaltung nahmen 20 Vertreter:innen verschiedener Kultureinrichtungen teil. 

Zu Beginn wurde ein Workshop zum Thema „Wie man eine inklusive Veranstaltung gestaltet“ von Bacho Gabruashvili, Theaterpädagoge und Leiter der inklusiven Theatergruppe “Azdak’s Garden” durchgeführt. 

Für die frischgebackenen Multiplikator:innen ist es eine große Herausforderung zu verstehen, wie sie ihre Projektideen nach der Ausbildung umsetzen können. Aus diesem Grund wurde entschieden, den zweiten Teil der Veranstaltung dem Thema der Fördermittelakquise und Umsetzung der Inklusionsprojekte zu widmen. Das Programm rundete der anschließende Austausch ab, welcher von Offenheit und konstruktiven Diskussionen geprägt war. 

Maßnahme zur Umsetzung barrierefreier und inklusiver Grundprinzipien in den ukrainischen vom Krieg betroffenen Gemeinden 

Im November organisierte unsere ukrainische Partnerorganisation „The League of the Strong“ eine Maßnahme, die aus einem Training sowie anschließenden Monitoring-Reisen bestand. 

Zuerst fand am 2. und 3. November 2023 ein zweitägiges Training zur Umsetzung barrierefreier und inklusiver Grundprinzipien für Vertreter:innen der fünf vom Krieg betroffenen Gemeinden in Kyjiw statt. Während des Trainings wurde den Teilnehmenden erklärt, wie man eine Analyse zur Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen durchführt. Anschließend konnten Teilnehmende im Rahmen der Besichtigung einer öffentlichen barrierefreien Bibliothek verinnerlichen, wie man die Normen der Barrierefreiheit erfolgreich umsetzt. Darüber hinaus wurden Teilnehmenden die Best Practices der Stadt Winnyzia zur Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum dargestellt. 

Darauffolgend haben Ende November mehrere Monitoringsreisen in die fünf beteiligten Gemeinden stattgefunden. Während der Reisen konnten Vertreter:innen der lokalen Selbstverwaltung in Kooperation mit Expert:innen der Partnerorganisation die Vor-Ort-Analyse in den öffentlichen Einrichtungen durchführen.